„Segelfliegen lernen kann jeder“, pflegen die Piloten der Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim zu sagen. So ganz glauben konnten das die Teilnehmer der Segelflug-Erlebnis-Woche am Flugplatz Stillberghof allerdings zunächst nicht. Die Skepsis legte sich jedoch schnell.
„Verdammter Faden“, hörte man so manchen Aspiranten fluchen, der in der vergangenen Woche bei der SFG angetreten war, um sich in die Kunst des lautlosen Gleitens einführen zu lassen. Der Faden ist eines der wichtigsten Instrumente des Segelfliegers, und eines der einfachsten dazu: Ein Wollfaden, auf die Plexiglashaube des Segelflugzeuges geklebt und im Luftstrom flatternd, zeigt an, ob das Flugzeug geradeaus fliegt. „Diesen Faden durch Steuereingaben in die Mitte zu zwingen, ist am Anfang eine der großen Herausforderungen beim Segelfliegen“, sagt Bernd Grasse, der die potenziellen Piloten gemeinsam mit Hubert Strasser ehrenamtlich schulte.
Rund zehn Starts absolvierte jeder der 13 Teilnehmer innerhalb von fünf Tagen, verbrachte dabei knapp drei Stunden in der Luft und durfte nach einigen Erklärungen der Ausbilder auch schon bald den Steuerknüppel selbst in die Hand nehmen, um geradeaus oder um die Kurve zu steuern, schneller oder langsamer zu fliegen.
Zur Erlebnis-Woche gehörte nicht nur das Flug-Erlebnis, sondern auch das Gemeinschafts-Erlebnis mit den Piloten vom Stillberghof. Beginnend mit dem gemeinsamen Frühstück erlebten die Gäste zwischen dem Teenageralter und Mitte 50 alle Facetten des Segelfliegens – das bisweilen schweißtreibende Schieben der Flugzeuge über den Flugplatz gehörte dabei genauso dazu wie das abendliche Putzen. „Ein bisschen wie im Ferienlager“, resümierten die Teilnehmer, von denen einige die Segelflugausbildung fortsetzen mit dem Ziel, vielleicht schon im kommenden Jahr lizensierte Piloten zu sein – und für die SFG in der Segelflug-Bundesliga zu starten.
Dort gab der Club am Wochenende nochmal Gas, die Piloten zwängten sich trotz sengender Hitze in den engen Cockpits und legten bis zu Kilometer ohne Motorkraft zwischen Schwäbischer Alb und Altmühltal zurück. Das Ergebnis: Platz vier in der vorletzten Liga-Runde. Stephan Bosch war mit durchschnittlich 82,5 Stundenkilometern der Schnellste, gefolgt von Wolfgang Köckeis und Andreas Loderer. In der Gesamtwertung liegt die SFG auf Platz neun und hat noch eine Runde Zeit, diese Position zu festigen.



