„Wir wollen beim Starten leiser werden“

Die neu asphaltierte Startstrecke am Stillberghof sorgt dafür, dass die Flieger früher abheben und weiter entfernt von den Anwohnern fliegen können.

Die neu asphaltierte Startstrecke am Stillberghof sorgt dafür, dass die Flieger früher abheben und weiter entfernt von den Anwohnern fliegen können.

Dank erfolgreicher Nachwuchsarbeit und gezielter Ausrichtung auf den Hochleistungssport gelingt es der Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim nunmehr seit sechs Jahren, konstant gute Platzierungen in der ersten Segelflug-Bundesliga zu erfliegen. Doch das Flugaufkommen hat auch seine Schattenseiten, denn irgendwie müssen die Segelflieger schließlich in die Luft kommen, bevor sie ohne Motorkraft und Benzinverbrauch ihre Bahnen am Himmel ziehen können.

Der Start der Segelflugzeuge erfolgt am Stillberghof mit Hilfe eines Motorflugzeugs, das die Segler in die Luft schleppt. Die Segelflieger wissen, dass diese Lärmbelästigung bei gutem Flugwetter zu Spitzenzeiten unangenehm für die unmittelbaren Anwohner sein kann: „Deshalb sind unsere Schlepppiloten angewiesen, unbedingt die bewohnten Gebiete zu vermeiden, wenn es die Flugsicherheit zulässt“, sagt Stefan Senger, Vorsitzender der SFG. Den Start an der Seilwinde, wie er noch vor gut zehn Jahren auf dem Stillberghof praktiziert wurde, bietet der Verein nicht mehr an: „Die modernen Segelflugzeuge sind schwerer geworden und die Schlepphöhe an der Winde ist deshalb für einen sicheren Flug nicht mehr ausreichend“, so Senger.

Dennoch arbeitet der Verein langfristig darauf hin, die Lärmbelästigung zu reduzieren. Im Frühjahr wurde über die gesamte Länge der 760 Meter langen Graspiste ein asphaltierter Streifen angelegt, auf dem gestartet werden kann. Der Vorteil: Der Widerstand der Flugzeuge beim Rollen ist geringer als im Gras, der Schleppzug hebt früher ab und fliegt damit schon am Ende des Flugfeldes deutlich höher, was nicht nur dem Lärmschutz, sondern auch der Sicherheit beim Starten zugute kommt.

Langfristig soll auch die bestehende Schleppmaschine Unterstützung durch ein modernes und vor allem leiseres Ultraleichtflugzeug bekommen, mit dem die meisten Segler dann geschleppt werden können. Doch dafür fehlt der SFG im Moment schlichtweg das Geld: „Die Investition in den Startstreifen hat den Verein bereits stark beansprucht, so dass wir zunächst alle Möglichkeiten ausloten müssen, um ein weiteres Schleppflugzeug zu finanzieren“, sagt Stefan Senger. Denn moderne Geräte seien auf dem Gebrauchtflugzeugmarkt nur schwer zu bekommen oder haben einen entsprechenden Preis.

Einige Piloten gehen schon mit ihrem privaten Flugzeug mit gutem Beispiel voran; so gibt es bereits zwei eigenstartfähige Segelflugzeuge, die mit Hilfe eines fast unhörbaren Elektromotors in die Luft kommen. Jetzt arbeiten die Piloten mit Hochdruck daran, auch für den Flugzeugschlepp eine leisere Alternative zu finden. In den vergangenen Wochen waren deshalb bereits einige alternative Schleppflugzeuge am Stillberghof zu Gast, um unter den Bedingungen vor Ort erprobt zu werden.

Die Bundesliga-Flüge der SFG fanden am vergangenen Wochenende trotz Rekordhitze statt – für die Piloten boten die Flüge in über 2000 Metern Höhe eine willkommene Abkühlung bei Temperaturen knapp unter 20 Grad. Stephan Bosch, Michael Rusch und Andrea Bröker steuerten in der zwölften Ligarunde die schnellsten Flüge bei und landeten auf Rang 18; in der Gesamtwertung liegt die SFG weiterhin auf Tabellenplatz vier.

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